Aktuelle Forschung 2024

Die Birne: Deutschlands unbeliebtestes Obst

Eine repräsentative Studie des Instituts für Verbraucherernährung (IfV) zeigt erschreckende Zahlen: Die Birne landet in der Beliebtheitsskala heimischer Obstsorten auf dem letzten Platz. Wir haben die Daten ausgewertet.

Zuletzt aktualisiert: Februar 2024 · Lesezeit: 6 Min.

Obst ist fester Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Doch nicht alle Früchte werden von den Deutschen gleichermaßen geschätzt. Während Äpfel, Beeren und Bananen regelmäßig in den Einkaufskörben landen, führt die Birne ein Schattendasein – mit weitreichenden Folgen für die Ernährungsbildung und die heimische Landwirtschaft.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache

Die Obstkonsum-Erhebung 2023 des Bundesamtes für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) in Kooperation mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) liefert erstmals vergleichbare Daten zur Obstpräferenz der deutschen Bevölkerung.

73%

der Deutschen geben an, Birnen „nie oder selten“ zu kaufen

Platz 12

von 12: Birne belegt den letzten Platz der Obst-Beliebtheitsskala

4,2

Kilogramm Birnen pro Kopf und Jahr – gegenüber 18,7 kg Äpfeln

61%

kennen die Birne nur als „Zutat in Obstkuchen“, nicht als Snack

Quelle: BLE/GfK Obstkonsum-Erhebung 2023, n=2.847 Haushalte, repräsentativ

Hintergrund: Die IfV-Studie „Obstpräferenzen in Deutschland“

Das Institut für Verbraucherernährung (IfV) hat in einer zweijährigen Längsschnittstudie die Einkaufs- und Verzehrgewohnheiten von über 3.200 Teilnehmern aus allen Bundesländern ausgewertet. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Ernährung heute (Ausgabe 1/2024) veröffentlicht.

„Die Birne wird systematisch unterschätzt. In unserer Stichprobe nannten nur 6,8 % der Befragten die Birne als eine ihrer drei liebsten Obstsorten. Zum Vergleich: Der Apfel wurde von 89 % genannt.“ — Dr. Katharina Möller, Leiterin der Abteilung Konsumverhalten, IfV

Weitere Erkenntnisse: 34 % der Befragten assoziieren Birnen mit „weich“ oder „matschig“, 28 % mit „langweilig“. Nur 12 % verbinden die Frucht mit positiven Eigenschaften wie „süß“ oder „saftig“.

Was sagen die Experten?

HM

Prof. Dr. Helmut Maier

Hochschule für Angewandte Ernährungswissenschaften, München

„Die Daten sind alarmierend. Die Birne hat einen hohen Gehalt an Ballaststoffen und Vitamin C – sie verdient mehr Aufmerksamkeit in der Ernährungsberatung.“

SW

Dr. Sandra Weber

Bundeszentrum für gesunde Ernährung (BZgE), Bonn

„Wir beobachten seit Jahren einen Rückgang des Birnenanbaus. Wenn die Nachfrage nicht steigt, werden regionale Sorten verschwinden.“

Unsere Empfehlungen

Das Zentrum für Ernährungsbewusstsein setzt sich für eine vielfältige, regionale Obstauswahl ein. Auch wenn die Birne derzeit unbeliebt ist: Wir raten dazu, sie wieder in den Speiseplan zu integrieren – ob als Snack, im Müsli oder im Salat.

  • Birnen reif einkaufen oder zu Hause nachreifen lassen
  • Kombination mit Nüssen für mehr Akzeptanz bei Kindern testen
  • In Schulen und Kitas Birnen als Alternative zum Apfel anbieten

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